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Was für eine Geschichte: Bronze hauchdünn verpasst!

17/7/2018

Wow! Eine Woche, wie ich sie mir nie erträumt hätte, liegt hinter uns. Im abschliessenden Springen der Junioren-Europameisterschaft in Fontainebleau ritten Violetta und ich um die Medallien mit. Wir klassierten uns am Ende zwar auf Rang acht, weshalb wir aber die Bronzemedallie wirklich hauchdünn verpassten schreibe ich im folgenden Bericht.

Früh am Sonntagmorgen stieg Violetta in den Anhänger, und wir nahmen die Reise an die Nachwuchseuropameisterschaft in Fontainebleau auf. (Falls Sie die den Bericht mit der Einführung und Pferdewahl zu dieser EM nicht gelesen haben: Hier der Link) Bereits am Montagabend fand die meine erste Trainingsession mit Trainer Ernst Wettstein zur Vorbereitung der Dressur. An den Tagen zuvor schaute ich, dass sich Violetta nach der Reise gut lösen und austoben konnte. Am Dienstag machten wir zum Beispiel bereits einen schönen Galopp in diesem berühmten Wald, nachdem wir uns mit Stellung und Biegung um die Bäume schlängelten. Es war praktisch immer sehr heiss und staubig, aber unsere kleine Schimmelstute liess sich nichts anmerken, ausser dass sie sich unzählige Male genüsslich im Sand wälzte. 😊

 

Dressur

 

Wir durften als letztes Paar des Schweizerteams ins Grasviereck einreiten. Es war Freitag der 13te und Vio hatte durch Zufall 13 Zöpfchen in der Mähne. Wir sahen das ganze positiv und ich denke es gab uns einen extra Aufschub. Leider konnte ich sie im Mitteltrab, gleich zu Beginn, nicht ganz ins Gleichgewicht reiten und wir hatten einen Taktfehler. Mit zwei fulminanten Mittelgalopps konnten wir die Richter jedoch von uns überzeugen und schoben uns auf den 7. Zwischenrang. 

 

Cross

 

Vor dem Cross war ich etwas nervös, denn es war für Violetta und mich sehr schwierig. Da die einen Hindernisse förmlich danach schrien, dass sie hinstehen wird. Der Anfang bis zum Sprung Nummer neun forderte alle, und ich war mir nicht sicher, ob ich den gut überstehen werde. Doch «Wonderful-Vio» bestätigte mir ihre Höchstform. Bereits auf dem Abreiteplatz fühlte ich, neben dem Staub in meinen Augen, dass sie sehr nach vorne orientiert und agil war. Die ersten drei Hindernisse erwischten wir optimal. Auch die darauffolgende Klippe, die Wasserkombination lösten wir gut. Unter dem Motto: «Halt dich gut fest. Ich heb ab!», nahm Vio mich über Sprung Nummer 6A mit und liess sich toll über die zweite Hecke dieses problematischen Hindernisses führen. Der Waldeinritt war nach der schwierigen Anfangsphase, und da realisierte ich, dass wir heute vielleicht über uns hinauswachsen können. So war es auch! Violetta packte alles mit viel Herz an, und auch bei der letzten Wasserpassage zeigte sie viel Ehrgeiz und Energie. Im Ziel konnte ich es fast nicht glauben. Es fühlte sich beinahe so an als hätte sich Violetta all meinen Bedenken wiedersetzen wollen.

Unsere Schweizer Juniorenequipe verbesserte sich durch fehlerfreie Geländeritte vom 12ten auf den 6ten Rang. Was mich sehr stolz machte, denn nur wenige Nationen konnten im Cross so gut abschneiden. Ich selber konnte mich auf den vierten Platz verbessern.

 

 

 

 

 

Springen

 

Am Sonntagmorgen trabte ich Violetta zuerst unserem Equipentierarzt vor und danach den Offiziellen beim zweiten Vet-Check. Sie war sehr locker und wir mussten uns überhaupt keine Sorgen machen.

Das Springen fand in umgekehrter Reihenfolge statt und Violetta und ich ritten als viertletztes Paar in den schönen Springparcours ein! Unser Ritt war sehr harmonisch und ich behielt die Übersicht. Die Distanzen passten, auch am Sprung Nummer sechs, doch bei der Landung touchierte Violetta die Stange ganz leicht, das reichte und sie fiel ins Gras. Dieser hauchdünne Fehler kostete uns eine Medallie. Ich freute mich einerseits riesig über diese überaus gelungene Meisterschaft, jedoch nervte ich mich schon etwas über diesen Fehler. Es hat nicht sollen sein.

 

 

 

Fazit

 

Beim Bewerbungsgespräch für meine Schule sagte ich: «Ich würde gerne dazu beitragen, dass die Schweiz den Anschluss an die grossen Vielseitigkeitsnationen wiederfindet.» Am Sonntag ritten Violetta und ich mit diesen Nationen um die Juniorenmedallien. Ich selbst hätte nicht gedacht das ich das schaffen kann, und ich hoffe, dass sich ein kleines Schweizer Mädchen jetzt vielleicht getraut etwas grösser zu träumen. Mir ist bewusst, dass dies ein kleiner Schritt ist und bald wird niemand mehr über die vergangene Woche sprechen. Ich werde Fontainebleau 2018 im Herzen tragen und möchte unsere Leistung in Zukunft bestätigen.

 

Team

 

Ein riesiges Dankeschön an alle, die das möglich gemacht und mich so tatkräftig Unterstützt haben. Zudem war ich überwältigt, wie viele vor Ort oder von zu Hause aus mitgefiebert haben. Es ist ein grosses Privileg, so viele Leute um mich zu haben, welche mir den Rücken stärken und freue mich auf alles, was noch kommen wird. Dem Schweizerischen Verband für Pferdesport, den Trainern sowie meiner Familie und meinen treuen Unterstützern und Sponsoren möchte ich speziell danken. Ohne euch alle hätte ich mein Talent nicht auf so einer grossen Bühne zeigen können.

 

Violetta

 

Für mich ist es fast ein kleines Märchen, denn Violetta und ich haben einen sehr steinigen Weg hinter uns. Klar ist das immer Ansichtssache. Doch auf diesem Weg kämpften wir zusammen, für einander, und oft haben wir uns nicht verstanden. Ich habe mich für sie eingesetzt und nie aufgehört an sie zu glauben und zu hoffen. Wir sind noch nicht am Ende dieses steinigen Wegs, aber das Licht am Horizont ist um einige Stufen heller geworden. Violetta ist ein aussergewöhnliches Pferd, und solche Pferde schreiben aussergewöhnliche Geschichten. Ich habe so viel durch diese herzliche Stute gelernt und bin auf unsere Zukunft gespannt. Drückt uns die Daumen. 

 

Spannender Blog des SVPS + Interview nach Dressur

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