Vielen Dank und ein gutes neues Jahr

So, ich melde mich auch noch zum neuen Jahr. Ich möchte mich auch gleich entschuldigen, dass ich mich zu den Festtagen nicht gemeldet habe. Doch leider war ich dieses Jahr kein bisschen in Festtagsstimmung. Denn wir brachten unsere hübsche und talentierte Nachwuchshoffnung Carrera am 23. Dezember ins Tierspital. Sie hatte sich beim Ausreiten auf freiem Feld einen Nagel eingetreten. Der Nagel verletzte in ihrem Huf ziemlich alles, was es zu verletzten gibt. Also musste sie über die Festtage zwei mal unter Vollnarkose operiert werden. Bei den Operationen wurde alles rausgespühlt, damit es keine Infektionen gibt. Carrera wird noch eine Weile im Tierspital bleiben. Die Tierärtzte sind sehr zufrieden mit dem Verlauf ihrer Genesung, doch die Verbände müssen immernoch ganz steril gewechselt werden. Bitte betet etwas für uns, dass es so positiv weitergehen kann.

Ich möchte euch allen für die Unterstützung im letzten Jahr danken. Leider war es nicht so nach Wunsch verlaufen, doch wie sagt man: "What doesn't kill you makes you stronger." Angefangen hat das Jahr mit lehrreichen Trainings bei Andrew Nicholson und ich war unglaublich motiviert (wie immer :-)) für die Saison. Doch dann kam der erste Rückschlag. Bei Kabuga wurde ein Hufbeinastbruch diagnostiziert, was ja nicht so schlimm war, jedoch einfach viel Zeit braucht. Daraufhin fuhren wir kurzerhand nach Ravenna, für die EM-Qualifikation mit Violetta. Was sehr erfreulich war, denn zu unser aller Überraschung, brachten wir diese nach Hause. Leider hielt unsere Erfolgswelle, wie so oft, nicht lange an. In Radolfzell stürtzte ich zum ersten Mal international :-), nach einer super Dressur und ersten hälfte des Crosses. Es war zum Glück nicht schlimm und sowieso völlig in Ordnung, denn das gehört einfach dazu. "Hinfallen, austehen, Krone richten, weitergehen." Nach einem Höhenflug in Chaumont en Vexin, wo wir nach Dressur und Springen sensationell in Führung lagen, holte mich Violetta am Sprung Nummer 4 im Cross ruckartig auf den Boden der Realität zurück. Die Europameisterschaft, war wie immer ein super toller Event. Doch auch diese verlief nicht wie gewünscht. Sie ist jetzt zwar als sehr schwere EM bekannd, jedoch habe ich mich über unser abschneiden auch nicht gewundert. Doch ein Rückschlag ist es immer, denn an Wunder glauben tue ich doch manchmal. Danach gab es eine Pause vom Internationalen Parkett und in Varsseveld Ende September starteten wir wieder. Wo uns Kabuga ein unglaubliches Comeback zeigte, doch Violetta konnte nicht aus ihrer Befangenheit hinaus kommen. Somit war es endgültig, das war das letzte Turnier für mich und Violetta. Ich tat mich so unglaublich schwer mit dieser Entscheidung, doch mit etwas Abstand heute, weiss ich, dass es die richtige war. Obwohl sie mir immer wieder das Herz brach, wenn sie erwartungsvoll in unsere Richtung schaute bevor wir uns auf eine Reise ohne sie begaben. Im November fuhren wir nach Le Pouget um mit Kabuga noch "gemütlich" die Quali für die nächstjährige Europameisterschaft in Hartpury GBR zu machen. Doch als wir sie ausluden, ging sie lahm und wir mussten einen Hufabszess feststellen. Zum Glück ist das ja nichts schlimmes, doch die Qualifikation war somit auch dahin. Und jetzt war vor Weihnachten dieser Nageltritt von Carrera.

All diese Geschichten mit Kabuga konnte ich relativ positiv hinnehmen, denn diese Dinge können halt passieren und eine ruhigere Saison für sie war sicher gar nicht so schlecht. Doch der Ruhestand Violetta hat mich sehr mitgenommen, denn ich denke unseren bisherigen gemeinsamen Weg ist ein grosser Teil meines bisherigen Lebens und es hängen so viele Emotionen mit drin. Ich wollte nichts davon wegwerfen, doch jetzt sehe ich es nicht als wegwerfen, sondern als Chance auf eine schöne, unbeschwerte gemeinsame Zukunft und ich freue mich für uns auf alles das noch kommt. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an all die lieben Nachrichten, die mir zu diesem Thema erreichten. Es hat mir wirklich Kraft gegeben!

Auch dieser aktuelle Umstand mit Carrera fällt mir schwer zu akzeptieren. Doch wie sie bewiesen hat, ist sie eine grosse Kämpferin und ich bin heilfroh, dass es im Gegensatz zum Anfang sehr gut aussieht.

Neben den schönen Erfolgen von Ravenna und den, nicht ganz vollendeten, Sensationen von Radolfzell und Chaumont, gibt es noch weitere tolle Dinge zu erzählen. Denn ich denke Amaris liess uns alle etwas alt aussehen, sagte ich doch erst letztes Jahr noch, dass er wohl nicht für diesen Sport gemacht ist. Doch er bewies mir das Gegenteil und es schien mir, als habe er nur auf diesen Moment gewartet. Er ist erwacht und stieg letzte Saison Treppchen, um Treppchen rasant hoch. Zum Abschluss klassierte sich unser Selbstgemachte sogar in seinem ersten Zweistern in Fankreich und liess mich vor stolz beinahe platzen.

Auch Kabuga bei den wenigen Turnieren, die sie beendete richtig aufhorchen! Sie zeigte mir wieder, wie einfach das es eigentlich sein könnte ein Cross zu reiten. Zudem schenkte sie mir einen Dreisterne Podestplatz in Montelibretti.

Auch Carrera entwickelte sich prächtig und ich steckte so viel Hoffnung in dieses Herzenspferdchen.

Zum Ende des Jahres gab es zudem noch zuwachs in unserem Stall. Geht eine Türe zu, geht eine andere auf. Nachdem Violetta jetzt nicht mehr im Sport aktiv sein wird, wurde unsere Schaar Champions durch "Toblerone" verstärkt. "Schöggeli", wie er im Stall liebevoll genannt wird, hat bereits Erfahrungen bis Internationale Zweisterne Turniere und wird mir nächste Saison von Nicole Basieux zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Ausserdem habe ich letzten Sommer meine Kauffmännische Lehre bei der UNITED school of sports erfolgreich abgeschlossen. Musste die Schule aber auch schweren Herzens verlassen... Meine praktische Ausbildung absolvierte ich bei der LANDI Zola AG in Illnau, welcher ich speziell danken muss. Dank der verständnissvollen und kulanten Haltung mir und meines Sports gegenüber, war es mir möglich, all meine Turniere und Trainings optimal zu planen und besuchen. Sie versuchten mir so gut es ging den Rücken freizuhalten, damit ich meine gesetzten Ziele erreichen konnte und dafür bin ich unendlich dankbar. Denn diese Unterstützung ist Voraussetzung, um seinen Sport so ausüben zu können, doch eine Selbstverständlichkeit ist es auf keinen Fall.

Einige Fragen sich vielleicht noch, was mit den Schweizermeisterschaften im letzten Jahr war. Ich verzichtete auf die SM der Jungen Reiter im April in Frauenfeld, da ich mit Violetta ja kurzfristig nach Ravenna fuhr und danach nach Radolfzell ging. Ich plante dann, an den Schweizermeisterschaften der Elite im September in Lausanne teilzunehmen. Doch nach den Unsicherheiten von Violetta und mir entschied ich mich, erst wieder mit Kabuga und Violetta gemeinsam ins internationale Geschehen einzugreifen.

Eine schon fast etwas vergessene Schweizermeisterschaft gab es aber trotzdem! Amaris und ich wurden bei der SM der regionalen Reiter der Vielseitigkeit in Bülach fünfte und das war damals erst sein zweites B3! Der Teamwettkampf dieses Events wurde aber in Aarau im September durchgeführt. Diesen konnte unsere Equipe des Ostscheizerischen Verbandes sogar gewinnen! Ich war da mit Violetta in der Equipe.

Ausserdem ermöglichte es mir Dressman, nach guten Resultaten, an meiner ersten Schweizermeisterschaft im Springreiten teilzunehmen! Speziell zu erwähnen ist noch, dass wir den, zwar etwas inoffiziellen, kleinen Final überlegen für uns entscheiden konnten. Das war eine richtig gute Erfahrung. Vielen Dank dem Ostschweizerischen Verband mich dahin zu entsenden. :-)

Apropos Emotionen und Reiten. Zum neuen Jahr möchte ich dieser schöne und unterhaltsame Text zum Thema Pferdeliebe mit euch teilen:

Und wenn es nicht die Liebe ist…

Warum reitest du? Macht es dir Spass, ein anderes Wesen nach deiner Pfeife tanzen zu lassen, ohne dass es die Wahl hat, nicht oder anders zu tanzen? Ist es das Bedürfnis, weiter oben zu sein als die Fussgänger? Zu sitzen, wo andere laufen müssen? Ist es die Möglichkeit, als mässig begabter Athlet doch irgendwie zu sportlichem Ruhm und Ehre zu gelangen? Ist es der Versuch, als ʹHerrenreiterʹ der bescheidenen Herkunft ein Schnippchen zu schlagen? Ist es schlicht die für dich einfachste Art, dein Brot zu verdienen? Ist dein Pferd dein ʹGeschäftspartnerʹ? ‐ Oder ist es die Liebe, die dich treibt? Die unbeschreibliche Weichheit und Wärme der Pferdenüstern? Dieses Kentauren‐Gefühl, wenn du in Balance und Harmonie eins wirst mit deinem Pferd. Wenn du spürst, wie es mitdenkt, wie es dein nächstes Ansinnen vorausahnt und deine Hilfen fast überflüssig macht? Wenn es dir aus der Patsche hilft, wenn du mal aus dem Gleichgewicht gerätst, eine verwirrliche Hilfe gibst, eine Distanz falsch einschätzest? Ist es dieses prickelnde Partnergefühl, dieses abenteuerliche Team‐Erlebnis auch und gerade in nicht ganz ungefährlichen Situationen? Dieses Wissen um die nicht selbstverständliche Verlässlichkeit des vierbeinigen Freundes? ‐ Prüfe sie täglich, deine Motivation für den Umgang mit diesen wundervollen Geschöpfen. Und wenn es nicht die Liebe ist, lass es bleiben.

-Christoph Meier; ehemaliger internationaler CC-Reiter

Jetzt möchte ich mich bei allen bedanken, die mich in diesem Jahr unterstützt und begleitet haben. Meistens merkt man erst in schwereren Zeiten, was man wirklich hat. Ich bin froh so viele Leute um mich zu haben, die mir Mut machen, an mich und meine Pferde glauben und mir selbstlos zur Seite stehen. Es gab viele berührende Momente im letzten Jahr, welche ich mit einigen von euch teilen durfte. Ich freue mich auf ein weiters Jahr, das hoffentlich etwas besser werden wird. Doch alles ist gut für irgendwas und ich bin gespannt wie es verlaufen wird. Auf jeden Fall wird es ein aufregendes mit vielen Plänen.

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