CHIO Aachen aus Sicht der Besitzerin!

Aquilas Besitzerin, Tanja Weber, hat für unseren Reitverein einen Bericht über unser atemberaubendes Erlebnis in Aachen geschrieben. Dieser hat mich emotional sehr berührt und ich dachte mir, ich würde den gerne mit euch allen teilen, denn es ist immer spannend, etwas mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Also ein kleiner Leckerbissen für euch.

Vielen Dank, Tanja, fürs Verfassen und zur Verfügung stellen!



"Jedes Jahr findet das Weltfest des Pferdesports in Aachen statt. Ein Event, an dem die Creme de la Creme der Elitereiter in den verschiedenen Disziplinen Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Voltige und Vierspännerfahren gegeneinander antreten. Das ist definitiv ein Event, von dem jede Reiterin und jeder Reiter träumt, dieses Spektakel einmal live erleben zu können. Und aus meiner Sicht für jeden ambitionierten Sportreiter ein Muss, das mal gesehen und erlebt zu haben.

In diesem Jahr stand neben den Weltklassereitern noch ein ganz anderer Name auf der Teilnahmeliste. Wir alle kennen sie und einige von uns sind mit ihr aufgewachsen. Auf mich trifft das zumindest zu. Obwohl ich ein paar Jahre älter bin, erlebten wir eine sehr schöne Zeit zusammen in unserer Kindheit. Im Alter von 17 Jahren übergab ich ihr mein damaliges Pony (Top Smart Boy), mit dem sie ihre ersten Vielseitigkeitsprüfungen gemeistert hat. Zehn Jahre später ist dann die Entscheidung gefallen, dass sie auch mein derzeitiges Pferd Aquila B für ein paar Prüfungen reiten kann. Aus diesen paar Prüfungen wurden zwei überaus erfolgreiche Jahre. Und obendrauf die Startberechtigung für dieses talentiertes Paar am CHIO Aachen 2022. Also hiess es für Nadja Minder (22J.) und Aquila (18J.) die Koffer packen und auf nach Aachen. Weder ich noch Nadja waren zuvor als Zuschauer da, wobei das natürlich schon ein jahrelanger Traum war. Warum also nicht gleich selber mitreiten? Oder in meinem Fall, einfach direkt das eigene Pferd mitbringen? Diese Tage waren unglaublich emotional, aufregend, spannungsgeladen und absolut surreal!



Trotz der ganzen Location und der unglaublichen Stimmung haben die beiden eine wunderbare Dressur hingelegt. Mit 38.5 Punkten führten sie wohl nicht die Rangliste an, waren aber mit den Resultaten absolut bei den Leuten. Dazu kommt, dass Aquila ihr ganzes Know-How für ein 4*S in den letzten zwei Jahren mit Nadja Minder gelernt hat, im Alter von 16 Jahren. Davor genoss sie eine solide Grundausbildung, welche aber vorwiegend im Springsport genutzt wurde und eher weniger, bis gar nicht im Dressurviereck. Wir waren mehr als zufrieden mit der Leistung der beiden und ich konnte meinen Augen kaum trauen, mein Pferd in einer solch beeindruckenden Arena laufen zu sehen.

Auch hinter den Kulissen war der Aufenthalt ein absolutes Spektakel. Zwei Boxen neben Aquila stand das aktuell weltbeste Springpferd „Explosion“. Innerhalb und ausserhalb der Boxen liefen zwei und vierbeinige Prominente umher. Die Stimmung war aufgeregt, knisternd und ausgelassen fröhlich.


Die Arena für das Springen war für mich noch viel beeindruckender als zuvor schon das Dressurviereck und ich fragte mich, ob die Reiter darin mit Navigationssystem reiten würden, um die einzelnen Sprünge und vor allem auch den Ausgang wieder zu finden. Vermutlich war nicht nur ich etwas beeindruckt von der Atmosphäre in diesem Stadion, sondern auch meine Aquila. So klein und fein wie sie ist, wirkte sie im Springparcours fast etwas verloren. Sie haben im Springen trotz den 6 gefallenen Stangen eine wunderschöne Runde hingelegt in einem durchaus sehr schweren Parcours.


Für mich waren sie trotzdem die Schönsten und Besten vom ganzen Abend!


Dann war es endlich so weit. Samstagmorgen und das Cross stand an. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bei der Vorbereitung nicht dabei war. Ich hatte meine Nerven nicht ganz so im Griff und entschied deshalb, mich erst nach dem Start wieder zu Minders zu gesellen. Nachdem ich den Crossparcours am Freitag zu Fuss erkundet habe, war mir ganz anders zu Mute. Ich glaube wenig Reiter auf dieser Welt sind in der Lage, einen so schweren Parcours ohne Zwischenfälle zu absolvieren. Wenn man Aquila und Nadja durch das Cross fliegen sieht, weiss man, dass diese beiden für diesen Sport geboren wurden. Wie füreinander geschaffen, harmonieren sie wie eine Einheit im Gelände. Und genau das haben sie auch in Aachen gezeigt! Das junge Bauernmädchen und das alte Stütchen, sind den Spitzenreitern um die Ohren geritten. Sie haben definitiv einer der schönsten Ritte hingelegt an diesem Tag. Nadja und Aquila haben füreinander gekämpft und einmal mehr bei hunderten von Menschen für Gänsehaut und Tränen in den Augen gesorgt. Ich kann gar nicht sagen wie stolz ich auf die beiden bin. Alles in allem waren es unvergessliche Tage. Ich würde mal sagen „Once in a lifetime“! Wer weiss, ob es für Aquila nochmal ein Turnier in dieser Grösse gibt, aber eins ist auf jeden Fall klar: Nadjas Karriere hat eben erst begonnen!"

Aquila, Tanja Weber und ich am CHI Genf im letzten Dezember.


Immer wieder darf ich, dürfen wir, so tolle Momente mit unseren Pferden erleben - das sind Erinnerungen, die fürs Leben bleiben. Ich möchte mich an dieser Stelle besonders bei allen Besitzern meiner Superpferde für die Unterstützung bedanken. Ohne Pferde sind wir Reiter halt einfach nur Menschen, aber durch eure Hilfe und Vertrauen kann ich als Reiterin mit euren Pferden aktuell Prüfungen bestreiten auf sehr hohem Niveau.


Gleichzeitig ist es so, dass ich immer die Augen nach möglichen Nachwuchsstars offen halte. Die meisten Pferde, die ich reite, haben schon ein gewisses Alter erreicht. Daher bin ich von Nachwuchs nicht abgeneigt. Vielleicht fühlt sich ja die eine oder der andere Person angesprochen, die diese Zeilen liest und möchte in der näheren Zukunft ein gemeinsames Projekt mit mir starten. Falls das zutrifft, dann freue ich mich, wenn du dich bei mir meldest.


Auf jeden Fall nochmals ein riesiges Dankeschön an alle jetzigen Besitzer, die mich mit ihren Pferden so grossartig unterstützen!


Eure Nadja



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